Manche Domains begleiten einen länger als gedacht. benediktgrether.de ist so eine. Sie hat mehrere Umzüge, zwei Berufsbilder und mindestens drei Technologie-Stacks hinter sich. Mit dem Relaunch ist es Zeit für einen kurzen Rückblick: Wie die Seite entstanden ist, was zwischendurch aus ihr werden sollte – und warum sie jetzt so aussieht, wie sie aussieht.
Der Anfang: eine Domain für Bewerbungen
Gekauft habe ich die Domain während des Studiums. Der Grund war ganz pragmatisch: Für Bewerbungen – auf Praktika, Werkstudentenstellen und später den ersten Job – wollte ich mehr zeigen können als einen Lebenslauf als PDF. Eine eigene Webseite mit eigenem Namen in der URL war damals für mich das beste Argument, dass ich nicht nur über Webentwicklung rede, sondern sie auch mache.
Version 1: Plain HTML
Die erste Version war genau das, was man im Studium baut: ein paar HTML-Dateien, ein Stylesheet, etwas JavaScript. Kein Build-Prozess, kein Framework, kein CMS. Per FTP auf den Server geladen, fertig.
Rückblickend war das gar nicht so schlecht. Die Seite war schnell, hatte keine Abhängigkeiten und lief jahrelang ohne ein einziges Update. Nur pflegen wollte ich sie irgendwann nicht mehr: Jede neue Zeile im Lebenslauf bedeutete, HTML von Hand anzufassen.
Version 2: Die ersten Gehversuche mit React
Irgendwann kam React – und mit React der Wunsch, es nicht nur in Tutorials, sondern an einem echten Projekt auszuprobieren. Die eigene Webseite war dafür das naheliegende Versuchsobjekt: kein Kunde, keine Deadline, kein Risiko.
Die Seite wurde komponentenbasiert, bekam einen Build-Prozess und fühlte sich modern an. Gelernt habe ich dabei viel, vor allem über State, Komponenten-Schnitt und Tooling. Gelernt habe ich aber auch, dass eine Single Page App für eine Portfolio-Seite mit einer Handvoll Inhalten eher Overkill ist. Für eine Visitenkarte im Netz braucht es kein clientseitiges Rendering.
Die React-Version von 2020/2021 – für diesen Artikel wieder lokal aus dem alten GitHub-Repo gestartet.
Zwischenspiel: WordPress und Fotografie
Danach gab es eine Phase, in der die Domain etwas ganz anderes werden sollte: eine Fotografie-Webseite. Neben dem Code hat mich die Fotografie gereizt, und WordPress war ein Werkzeug, das ich gut kannte. Also habe ich die Seite als Fotografie-Portfolio geplant und umgebaut.
Ganz ehrlich: Die Seite lief jahrelang, aber richtig gepflegt habe ich sie nie. Von Ende 2023 bis zum Relaunch war sie die Startseite der Domain, mit Angeboten und Kontaktformular – im Alltag kam sie trotzdem immer zu kurz. Die WordPress-Installation liegt bis heute auf dem Server. Auch das gehört zu eigenen Projekten dazu.
Die WordPress-Fotografie-Seite im Mai 2026, archiviert von der Wayback Machine.
Version 4: Zurück zur Software-Entwicklung
Mit dem Relaunch kehrt die Seite zu ihrem Ursprung zurück: ein Portfolio für meine Arbeit als Software-Entwickler. Nur dass ich heute an einem anderen Punkt stehe als im Studium. Statt Bewerbungsmappe soll die Seite zeigen, woran ich arbeite, wie ich arbeite und was ich dabei lerne.
benediktgrether.de heute – gebaut mit Kirby CMS.
Technisch setze ich dafür auf Kirby CMS. Nach Jahren mit WordPress und Neos wollte ich ein System, das leicht ist und mir nicht vorschreibt, wie ich zu bauen habe:
- Kirby CMS als Flat-File-CMS – Inhalte liegen als Textdateien im Dateisystem, nicht in einer Datenbank.
- Tailwind CSS und Vite im Frontend, ohne schweres JavaScript-Framework im Browser.
- Eigene Kirby-Plugins für SEO, Tracking und Cookie Consent – genau so viel, wie die Seite braucht.
- Inhalte in einem eigenen Git-Repository, getrennt vom Code. Jede Änderung im Panel ist nachvollziehbar.
- Blöcke statt starrer Templates für Projekte und Artikel, damit Inhalte flexibel bleiben.
Das Design ist zuerst als Entwurf entstanden und wurde dann als Kirby-Seiten umgesetzt. Was mir dabei am meisten Spaß gemacht hat: Ich musste mich an keiner Stelle gegen das CMS durchsetzen.
Was ich aus vier Versionen gelernt habe
- Die Technologie folgt dem Zweck. Plain HTML war für eine Bewerbungsseite richtig, React war für das Lernen richtig, und für ein gepflegtes Portfolio mit Blog ist ein CMS richtig.
- Pflegbarkeit schlägt Coolness. Eine Seite, die man nicht gerne aktualisiert, wird nicht aktualisiert.
- Eine Seite online zu haben heißt nicht, sie zu pflegen. Die Fotografie-Version hat mir gezeigt, was ich von einem CMS erwarte – und was nicht.
Wie es weitergeht
Hier werden in Zukunft Projekte und Artikel rund um Frontend, CMS-Entwicklung und den Alltag als Software-Entwickler erscheinen. Wenn du Fragen hast oder über ein Projekt sprechen möchtest, schreib mir gerne.